German poem
Wo ist sie denn, die ich mit Blicken suche
by Friedrich Rückert (1788–1866)
Wo ist sie denn, die ich mit Blicken suche, Und mit des Herzens Schlägen, den geschwinden, Mich unterhaltend, weil sie nicht zu finden, Mit Vogel, Spitzenkraus' und Liederbuche?
Wo ist sie denn, daß sie mit einem Spruche Nach ihrer Art nach meinem Wohlbefinden Frag' und sich Mühe gebe, zu verwinden Die Freud' an ihres spröden Gasts Besuche?
Wo ist sie denn? Ach, aus der Kammer dorten Tritt sie so strahlend, als ob meine Musen Selbst hätten ihr das Kleid mit Licht besäumet,
So wunderseltsam ach in Blick und Worten, Als ob sie all das wüßt' in ihrem Busen, Was meiner all die Zeit von ihr geträumet.
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