German poem
Nun auf der flachen Hand die Rose
by Hafis (1326–1389)
Nun auf der flachen Hand die Rose Den Becher klaren Weines schwingt,
Und laut, mit hunderttausend Zungen, Der Sprosser ihre Reize singt,
Nun ford're du das Buch der Lieder, Und schlag' des Feldes Strasse ein;
Ist's keine Zeit doch für die Schule Und für gelehrte Zänkerei'n.
Entsag' dem Umgang mit den Menschen Und am Ănkā nur spiegle dich:
Denn Ruf und Name, frommer Klausner, Erstreckt vom Kaf bis zum Kafe sich.
Der Schulregent war gestern trunken, Und hat den Richterspruch gefällt:
Wein sei verboten zwar, doch besser Als ungerechtes Stiftungsgeld.
Dir ziemt es nimmer, zu entscheiden, Ob trüb sei oder klar der Wein:
Denn was der Schenke uns credenzte, Entquoll ja seiner Huld allein.
Es sind die Männer, die da streiten Mit mir um gleichen Ehrensold,
Dem Flechter gleich, der seine Matten Für ein Gewebe hielt aus Gold.
Hafis, verstumme und bewahre Dein Lied, wie Gold, weil in der Stadt
Falschmünzer wohnen, deren Jeder Gar eine Wechselstube hat.
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