German poem
An Annette von Droste-Hülshoff
by Heinrich Kämpchen (1847–1912)
Bescheiden trete ich vor dich hin, Um meine Grüße zu bringen Dem Kind der Heide, der Königin, Der hohen Schwester im Singen. –
Ein Sohn des Volkes, ein armer Mann, Will ich der Reichen mich nahen Und stehen in deiner Augen Bann Und deinen Segen empfahen.
Auch ich bin einsam, wie du allzeit Im Leben es warst, Annette, – Ich trage wie du geheimes Leid Und schleppe des Daseins Kette. –
Nur bist du herrlich und strahlenrein, Wie der Traube Blut im Becher – Du bist der leuchtende Edelstein Und ich nur ein armer Schächer. –
Doch deine Milde zieht mich hinan, Ich weiß, ich darf mich dir nahen, Darf stehen in deiner Augen Bann Und deinen Segen empfahen. –