German poem
Anina
by Heinrich Kämpchen (1847–1912)
Ungarerde, Ungarerde, Zuviel Blut hast du getrunken Schon in all’ den wilden Schlachten, Die auf dir sind ausgefochten. –
Wieder hast du dich gerötet, Wiederum ist Blut geflossen, Von acht armen Kohlengräbern, Die wie Hunde sind erschossen.
Nicht durch Bergsturz, nicht durch Wetter Mußten diese Armen enden – Nein, acht scharfe Büchsenkugeln Haben ihnen Tod gesendet. –
Weiberklagen, Kinderjammern Hallet nach den jäh Erschoss’nen – Um die Gatten, um die Väter Gellen wird Verzweiflungsrufen. –
Und auch wir gedenken euer, Kameraden, Arbeitsbrüder, Die im schönen Ungarlande Traf solch’ grauenhaftes Schicksal. –
Wir, die deutschen Bergarbeiter, Trauern um euch, Kameraden, Euch, den toten und den wunden, Weihen wir des Liedes Spende. –