German poem
Estebano
by Heinrich Kämpchen (1847–1912)
(Eine spanische Romanze.)
Kauft Zigarros, ihr Hidalgos, Echtes Kraut der Insel Kuba. Importiert zum Mutterlande Von Havanna und Manila. –
Hab’ die allerbesten Sorten: „Reinas“, „Pflanzer“ und „Trabukos“, Abgelagert schon wie lange – Kaufet, kaufet d’rum, Caball’ros. –
Nur heran, nur immer näher, Auch ihr schönen Sennoritas, Kauft, so lang der Vorrat reichet, Von den duftigen Trabukos. –
Also rief mit heis’rer Stimme, Denn die Gurgel war ihm trocken, Estebano, der Verkäufer, Auf dem Markte von Tolosa. –
Und sie kamen und sie kauften, Stolze spanische Hidalgos, In zerschliss’nem Sammetmantel, Mit zerdrücktem Federhute. –
Wenige Pesetas auch nur In den Taschen, aber Keckheit Um so mehr in den Gesichtern, In den quittengelben, braunen. –
Doch sie kamen und sie kauften „Reinas“, „Pflanzer“ und „Trabukos“, Bliesen auch in blauen Ringeln Ihren Dampf dann in die Lüfte. –
Auch die schönen Sennoritas, Mit den dunklen Feueraugen, Nahmen duftige Zigarros Zwischen ihre Rosenlippen. –
Sogen zierlich dran und schickten Gleichfalls blaue Ringelwölkchen Mit den Ringeln der Hidalgos Zu Hispaniens Sonnenhimmel. –
Estebano aber lachte Gar vergnüglich mit den schwarzen Schelmenaugen, denn sein Vorrat An Zigarros ging zu Ende. –