German poem
Klein-Meta
by Heinrich Kämpchen (1847–1912)
Sie war des Hauses Sonnenschein, Nun ist die Nacht gekommen. – Der schlimme Tod, der grimme Tod, Der alt und jung gleichviel bedroht, Hat sie von uns genommen. –
Wir hofften noch, als schon der Spruch, Der finst’re, war gesprochen. – Doch immer mehr verglomm der Strahl, Und als die Sonne sank ins Tal, War’s kleine Herz gebrochen. –
Warum? Wie oft schon hat der Schmerz Die Frage bang’ gestöhnet. – Doch keine Antwort kommt zurück Zu uns von dem gestorb’nen Glück, Und nur das Echo höhnet. –
Warum? – Der Tod wird nimmer satt, So heute nicht wie morgen Auch du, Klein-Meta, bist sein Raub, Er nahm dich, unsern Bitten taub, Und hält dich gut geborgen. –
Nun ist des Hauses Sonnenschein In Nacht und Grau’n versunken. – Die Stube leer, die Kammer leer, Und keine, keine Wiederkehr – Erloschen Licht und Funken. –