German poem
Kleptomanie
by Heinrich Kämpchen (1847–1912)
Klaubst du Kohlen aus dem Schutt der Halde, Raffst du Brennholz dir in fremdem Walde, Und du, Böser, wirst dabei betroffen, Steh’n dir die Gefängnistüren offen – Hast du doch, ein sträflich Unterfangen, Dich an fremdem Eigentum vergangen. – Aber trage eine Fürstenkrone, Bist du sonst auch nicht ganz zweifelsohne, Und verschwinden, wo du weilst, vom Flecke Silberplatten oft auch und Bestecke – Dann bist du ein armer Kleptomane. Der das Silber nimmt in krankem Wahne, Der nur folgt dem „angebor’nen Hange, Wo der and’re „stiehlt“ in „frevlem Drange“. –