German poem
An den Freyherrn von Gebler
by Johann Baptist von Alxinger (1755–1797)
Und hätt’ auch nicht der Fürsten Hand Dich nah zum Thron gerückt, Dir auch mit keinem Ordensband Die Biederbrust geschmückt;
Dein Name risse dennoch sich Von andern Namen los; Du edler Mann! du bliebst durch dich Verehrenswerth, und groß.
Wer suchte jede Kunst, wie Du, Auf Wegen öd’ und steil, Und hielt den schwarzen Rachen zu Dem kühnen Vorurtheil?
Wer mahlete, wie Du, so fein Die Sitten seiner Stadt, Und mischte so viel Laune drein, Die keinen Stachel hat?
Hielt Thoren zwar den Spiegel vor, Doch lächelnd, und gelind, Und freundlich, daß kaum selbst der Thor Zu schmollen sich erkühnt?
Wer riß des Hörers Herz so ganz Zu sanfter Wehmuth hin, Da matt bedrängter Unschuld Glanz Durch düstre Nebel schien?
Ja du kennst Wissenschaft und Kunst, Und darum liebst du sie; Entehrst durch Mäcenatengunst Und Stolz den Künstler nie. —
Beutst, mag er noch so niedrig seyn, Die Hand ihm freundlich dar: Vertrauen flößt und Lieb’ ihm ein Dein Antlitz mild und klar:
Und schliesset jedes Herz dir auf, Und macht es froh und frey, Und zeiget, daß dein Lebenslauf Dein schönstes Schauspiel sey.