German poem
Dein armer Dichter kommt schon wieder
by Johann Christian Günther (1695–1723)
Dein armer Dichter kommt schon wieder Und fällt mit seiner Bürde nieder Und sieht dich, weil er sonst nichts kan, Mit Augen voller Schwermuth an. Er hat kein Blut mehr zu den Thränen Und kan vor Schwachheit nicht mehr schreyn; Mein Heiland, las das stumme Sehnen Ein Opfer um Erbarmung seyn!
Jezt schmerzt, jezt fühl ich ein Gewißen, Jezt nagt es mit geheimen Bißen Den Geist, der vor sich selbst erschrickt, Indem er rückwärts denckt und blickt. Ach Gott . . . . . . vor dem Leben . . . . . bös und eitler Lust . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Die Sünd und Weltlust hingeraft.
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