German poem
Der Wintergarten
by Johann Karl Wilhelm Geisheim (1784–1847)
Die Nächte wurden länger, Die Gartenlust war aus; Die Fluren wurden bänger, Wir floh’n in’s Winterhaus.
Da hab’ ich einen Garten Im Hause längst gesehn, Drinn Blumen aller Arten Bei grünen Bäumen stehn.
Dort war es wie im Lenze, Wenn Blüth’ und Blatt sich regt, Und lust’ger Vögel Tänze Den Lerchenschlag bewegt.
Wie Abendlicht die Bäume Durchblitzt und golden mahlt, Vom Glanz’ der Frühlingsträume Sah ich mich dort umstrahlt.
Fort war des Ernstes Schwere, Nur lenzig war mein Sinn; Bald hüpft’ ich mit, als wäre Der Kuckuck ich darinn.
Denn wißt, der Frühlingsgarten Den ich vermeint’ zu schau’n, Die Blumen aller Arten Sind unsre lieben Frau’n.
Den Traum der Frühlingslichter Weckt schöner Augen Glanz; Die fröhlichen Gesichter Sind Laub und Blumenkranz.
Laßt uns der Blumen warten, Und ihres Schmucks uns freu’n Und in dem Wintergarten Recht oft den Lenz erneu’n.