Versos German Johann Karl Wilhelm Geisheim Die Rotunde

German poem

Die Rotunde

by (1784–1847)

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Auf Erden stehet ein Gebäu Mit riesiger Rotunde, Dem Schollenfröhner unsichtbar, Doch jedem freien Auge klar Zur hellen Geisterstunde.

Der Himmelskuppel Lichtkrystall Durchdringt der Strom der Sterne, Und unter ihm versammeln sich Die Geisterschaaren männiglich, Berufen nah und ferne.

Ein Bund vereinigt alle sie Zu eurem Dienst und Meister, Der nimmer sich dem Auge zeigt; Und dennoch, ob er tief auch schweigt, Verstehn ihn alle Geister.

Und eine Gruft der Tempel hat, Dort ruhen die Geweihten; Doch wenn sie zur Versammlung gehn, Dann alle Todten auferstehn Aus alt’ und neuen Zeiten.

Sie sitzen alle mit im Rath, Die starben und die leben; Am Bau hat jeder seinen Theil, Und jedem wird sein Lohn und Heil Aus Meisters Hand gegeben.

Nur einen Bund erkennet er, Kein zweiter ist auf Erden. Ihr könnt so manches Bundes Knecht, Doch, was ihr werden solltet, recht Nur durch den einen werden.

Willkommen! die ihr freundlich kamt Zur frohen Bundesstunde, Da über uns krystallen sich Wölbt wonniglich und meisterlich Die ewige Rotunde.