Versos German Johann Karl Wilhelm Geisheim Die Schillervögel

German poem

Die Schillervögel

by (1784–1847)

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Hoch in den Lüften fliegen In Blüthendüften wiegen, Sich freien Flug’s bewußt, Ist Lerchen-Sängerlust.

Da seht nur, wie in Scharen Luftaufwärts All’ sie fahren, Die deutschen Sänger, ha! Trarallallallalla.

Und drüber gehts und drunter: Kein Himmel ist wohl bunter, Als über dem Parnaß Am Heidelberger Faß.

Sind’s auch nicht lauter Reiher, Sind’s Geier doch und Schreier, Auch Meisen, Spatz und Star, Kuckuke wunderbar.

Die Gimpel und Rothkehlchen, Stieglitze, liebe Seelchen, Und schöne Geisterchen, Traun, lauter Meisterchen!

Doch wehe, wehe, wehe! Altmeister, deine Höhe, Zu hoch, zu hoch ist die! Zu dir nur schmachten sie.

O schwing’ dich, kling’, o sing’, o Mein Herz, von dem Flamingo, Der, segnend deutschen Wein, Einst niederstieg am Rhein.

Wie Colomb in Domingo, So fand in dem Flamingo Das Volk von Rhein zum Belt Sich eine neue Welt.

Aus seinem Prachtgefieder Viel’ Ferdern flogen nieder, Damit das Volk sich schmückt, Jahrhunderte beglückt.

Ob auch die Meister starben, Wir darben nicht an Farben: Seht, schwebend zu den Höh’n, Wie wir noch schillern schön!

Ja, Schillervögel sind wir, Und so auf Kindeskind wir Vererben Dank im Klang, Daß er hinan uns sang.