German poem
Auf die Hochzeit eines Freundes
by Johann Peter Hebel (1760–1826)
Seht unsern Freund! Nicht mehr allein Will er in seinem Stüblein seyn Und Trübsal blasen. Lieb und warm Nimmt er ein Weiblein in den Arm.
Fürwahr das hat er gut gemacht, Denn immer länger wird die Nacht. Der Winter kommt mit schnellem Schritt, Und bringt viel trübe Stunden mit,
Und Schnee und Reif’ und rothe Nas’, Und kommt der Frühling – wißt ihr was? So sehr ihn Laub und Blüthe kränzt, Ist auch nicht Alles Gold, was glänzt. Und wenn der Vogel singend schwebt, Bald mit der Sie ein Nestlein webt, Und Alles liebt und thut sich schön, Ist’s auch kein Spaß, nur zuzusehn.
Und sonst, wie’s in der Welt rumort, Der Säbel haut, der Degen bohrt; Das sahn wir, eh’ es Jemand sah, Wir setzens und wir druckens ja.
Drum wohl dem Mann zu dieser Frist, Der klug, wie du o Freund es bist, Mit einer Gattin lieb und traut Sein eignes stilles Nestlein baut.
Heil sey dir und dem Weiblein zart, Mit dem die Liebe dich gepaart, Ein froher Muth Jahr ein und aus, Und Gottes Segen wohn im Haus!
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