Versos German Johann Peter Hebel Auf den Geburtstag eines Freundes

German poem

Auf den Geburtstag eines Freundes

by (1760–1826)

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Willkomm, willkomm! Da wandelt er Der liebe Tag am Himmel her, Der einst ein Knäblein, (hab er’s Lob!) Hold lachend in die Windeln schob.

Das Knäblein wuchs bei Speiß und Trank Zum wackern Jüngling, groß und schlank, Und wer ihn sah, und was er trieb, Der war ihm gut, und hatt’ ihn lieb. Ein Jauner höchstens fuhr zurück, Und maß ihn schon mit scheuem Blick, Und dachte bei sich schweren Muths: Aus diesem Früchtlein wird nichts Guts.

Drauf trieb der Jüngling viel Latein, Und sog den Geist der Weisheit ein, Und ward gelehrt, und wuchs heran An Kraft und Muth ein fester Mann.

Und macht denn nun schon manches Jahr Des Jauners banges Ahnden wahr, Und schirmt, sein Landrecht in der Hand, Die Ordnung in dem Vaterland.

Ernst ist er in Gerechtigkeit, Und mild in Menschenfreundlichkeit, Und erndtet dafür ächt und rein Der Guten Dank und Segen ein.

Doch was der Mann den Seinen ist, Und wie er lieb die Gattin küßt, Das weiß nur sie, und das sah noch Kein anderer durch’s Schlüsselloch. Erhalte Gott, und segne dich, Du Bester, und so lieb’ er mich! An deiner Stirne Heiterkeit Schwebt deiner Gattin Seligkeit.

Drum blicke dir der Himmel klar, Im schönen neuen Lebensjahr, Und mache dich und uns zugleich An süßen Herzensfreuden reich.

Und du im heitern Morgenblick, Kehr, holder Tag, noch oft zurück, Und finde stets den Gatten froh! Das Lied war diesmal nur so, so.