Versos German Johannes Proelß Der Traum vom Glück

German poem

Der Traum vom Glück

by (1853–1911)

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Hat dir das Leben auch zerpflückt Des Glückes frischen Blütenkranz, Es naht im Traum, was dich beglückt, Zum Troste dir mit mildem Glanz. Und irrtest du verzweiflungsvoll, Weil grausam dich die Welt verstieß, Der Traum vom Glück besiegt den Groll Und zaubert dir ein Paradies.

Er bauet liebreich wieder auf, Was das Geschick in Trümmern schlug, Er trotzt dem rauhen Weltenlauf, Der Zeit vernichtungstollem Flug, Er läßt die Toten aufersteh’n Zu neuem Leben, holdem Thun – O selig frohes Wiederseh’n, Wenn wir in seinem Frieden ruh’n!

Und zieht in die Vergangenheit Kein süß Erinnern dich zurück, Es zeigt voll Licht und Seligkeit Die Zukunft dir – der Traum vom Glück. Die müden Herzen werden jung, Wenn er an seinen Wundern schafft – Er giebt der Hoffnung neuen Schwung Und neue kühne Glaubenskraft.

So groß ist keiner Mutter Harm, Die treu ein Kind am Busen hegt, Und sei an Glück sie noch so arm, Daß Hoffnung nicht ihr Herz bewegt, Wenn sanft mit seinem milden Glanz Der Traum vom Glück sie nachts beschleicht Und einen frischen Blütenkranz Dem kleinen Schläfer freundlich reicht. Johannes Proelß.