Versos German Karl Reinecke-Altenau Ein neues Lied auf eine alte Weise

German poem

Ein neues Lied auf eine alte Weise

by (1885–1943)

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„Glückauf, ihr Bergleut’ jung und alt,“ – Wir sangens wohlgemut, Als noch des Schlägels Schlag erschallt, Das Eisen nicht geruht. Nun hat der schwarze Kittelmann Gezäh und Leder abgetan, Und nie mehr tönts vom Schacht herauf: Glückauf, Glückauf, Glückauf.

Die letzte Schicht ward längst verfahrn, Die Tonne saust nicht mehr. Kein Bohrer schrillt, es rollt kein Karrn, Kein Anbruch leuchtet her, Daß unser Aug’ am Glanz sich freu Von Silber, Blende und vom Blei, – Wie kläng’ da unser Ruf hinauf: Glückauf, Glückauf, Glückauf.

Der Väter Erbe ging zu Bruch, – Kamrad, lösch das Geleucht. Auf Gottes Segen fiel ein Fluch, Es stürzen Schacht und Stollen ein, Wir gruben unser Herz darein, Und trauernd ziehn wir fort zu Hauf: Glückauf, – Glückauf, – Glückauf.

Doch seht, die Tanne grünet noch, Am Berg rauscht stolz der Wald. Es blieb uns unsre Heimat doch, Vom Hirtenhorn durchhallt, Es blieb die alte Bergmannstreu! – Der Heimat schwör’n wir sie aufs neu Und reichen uns die Hände drauf: Glückauf, Glückauf, Glückauf.