German poem
Brenn aber lindre auch
by Kaspar von Stieler (1632–1707)
Was hab' ich/ kleiner/ dir getahn daß ich nicht Ruhe haben kan/ willstu mich denn zu Aschen brennen? Ich bin ohn diß entädert bleich und einem schwarzen Schatten gleich von meinen Brüdern kaum zu kennen.
Ich gebe dir die Sieges-Fahn' und flehe dich in Demuht an/ laß deinen Diener nicht verderben. Es gibt dir/ Amor/ schlechten Preiß wenn/ der sich nicht zu retten weiß soll auff gebognen Knien sterben.
Genade zieret einen Held. Ich räume dir des Herzens Feld/ mein blosser Busem steht dir offen. Zieh ein/ und gönn mir nur die Lehn ich wil dir zu Gebote stehn/ was hastu mehr von mir zu hoffen.
Wer wird/ hastu mich umgebracht/ alsdenn erheben deine Macht? Wer wird von deinen Tahten singen? Werd' ich noch etwas übrig sein: so bleibt die Ehr' alleine dein. Mein Staub kan dir nicht Nuzzen bringen.