German poem
Freundestrost an Haug
by Ludwig Neuffer (1769–1839)
Freundestrost.
An Haug.
Nach dem Tode seiner Gattinn.
Sie, um welche du weinst, weil sie mit zartem Sinn Und mit frommem Gemüth eine beglückende Gattinn, weil sie den Kindern Eine redliche Mutter war
In die bessere Welt ist sie emporgerückt, Wo nach Sorgen und Müh’n Frieden und Ruhe wohnt, Wo, schon näher dem Ziele, Ihr der Kranz der Vollendung strahlt.
Was mit inniger Lust oft dich beseeligte, Diese Güte, die rein ihr aus dem Auge sprach, Diese Liebe, die schöner Dir noch stets sich verklärte, Freund!
Das wird keines Geschicks finstere Macht, das kann Selbst der furchtbare Tod dir nicht entreißen; sie Hat am trennenden Grabe Nur, was irdisch ist, abgelegt.
Staub dem Staube gezollt. Aber sie selbst, der Geist, Der dem Himmel entstammt, eilte den Sternen zu, Neu zum Leben geboren, Für ein höheres Vaterland,
Wo des Siegs sie sich freut ihrer Verherrlichung, Wo sie selig im Kreis wieder gefundener, Früh entnomm’ner Geliebten, Unaussprechlichen Heils genießt.
Tröste dich, denn sie lebt, die du beweinst, sie denkt Noch der vorigen Zeit ird’scher Verbindungen, Denkt mit Dank noch und Liebe Dein, und flehet zu Gott für dich.
Oft begegnen sich noch eure Gedanken, oft Eure Wünsch’ und Gebet’, oft noch die Hoffnungen Einer seligen Zukunft, Die euch wieder vereinen soll.
Nicht verloren für dich lebt die Vollendete, Trennen Welten euch auch; und es erscheint ein Tag, Der sie wieder und ewig Deinem sehnenden Herzen gibt.
Neuffer.