Versos German Marie Eugenie Delle Grazie Nachtgespenst

German poem

Nachtgespenst

by (1864–1931)

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Ich lag in holden Traumes Bann: Blau durch die Scheiben quoll Des Mondes Licht und überrann Die Wände zaubervoll; Und schuf im Nu ein Märchenland, Der Sehnsucht lockend nah – Was jemals ich begehrt, es stand In seinem Schimmer da; Ein Schritt nur – und ich schwelgte d’rin! Ein Griff – und es war mein! Und schwindelnd fuhr’s mir durch den Sinn: „Das Glück! Nimm’s, es ist dein!“ Da schlich sich an mein Lager sacht Ein bleiches Grau’ngesicht, Mit Augen, trostlos wie die Nacht, Wenn sie kein Stern durchbricht; Mit Händen, eifrig, grabesschwer Und lastend, hart wie Erz, Und diese Hände preßte er, Der Unhold, mir auf’s Herz; Bis Wunsch und Kraft und Wille floh Und starb in dumpfer Ruh’, Dann nickte er: „Ich will es so! Nun Menschlein – träume zu!“