Versos German Marie Eugenie Delle Grazie Zeus von Otricoli

German poem

Zeus von Otricoli

by (1864–1931)

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Leicht neigst du das Haupt und auf ernster Stirne Thront gebietend dir der Vollendung Höchstes: Edle Menschenanmuth mit Götterwürde Machtvoll sich einend!

Seiendes verschmilzt so in deinem Wesen Mit dem Götterdrang, der von Ewigkeit her Mystisch sich dem Werdenden paart, das immer Rein’rer Vollendung,

Immer höh’rer Form und Gestaltung zustrebt, Und das Ur-Geheimnis des eig’nen Wesens Über sich als schaffende Gottheit in die Himmel emporhob!

Und solch’ Traumbild hätt’ nun die Welt für immer Schnöd’ vergessen, wie ach! im Buch der Zeiten Ihrer Größten Namen sich bleich verwischen, Spurlos verschwinden?!

Aber sieh! da gleitet ein Strahl der Sonne Goldig-hell dir über das Haupt und zeigt mir Deines Mundes Lächeln, das heit’re, milde, Göttlich erhab’ne –

Und ich fühl’, daß heut’ noch in allem Werden Hehr und sonnengoldig dies Lächeln aufglänzt! Nickst du Antwort mir? Die ambrosischen Locken Wallen dir vorwärts!