German poem
Ich sah dich, wie du deine Hände fest
by Otto Erich Hartleben (1864–1905)
Ich sah dich, wie du deine Hände fest vor deine lieben Augen hieltst gepresst, und trat mit leisen Schritten nahe dir. Da war es mir, als schrecktest du aus einer tiefen Angst empor. Es lag ein Flor um deine Augen, aber thränenleer blickten sie starr daher.
Da fragt ich dich: Lieb Kind, hast du geweint? Erst hast du stumm verneint. Dann aber sprachst du müde: Wenn schon die Augen leer geworden sind, o frage nicht: Lieb Kind, hast du geweint? O rühre nicht an kaum verwundne Noth. Verhüllter Schmerz ist heilig wie der Tod.
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