German poem
II (Immer schöpf' ich, Geliebte, aus…)
by Paul Kraft (1896–1922)
Immer schöpf' ich, Geliebte, aus goldenem Brunnen Worte (Worte nur!), die dein durchschienenes Antlitz Auf das weiße Papier abspiegeln sollen und zeugen Von seinen purpurnen Früchten und ewigen Sonnen.
Wenn ich den Hauch meines Mundes einatme, entsteigt ihm Dein berauschender Duft. Die Süße des Apfels, der Birne Birgt deine Süße und durchfließt mich in tiefer, Seliger, dunkler, geheimnisvoller Verwandlung.
Und ich fühle die werdende, strömende Weihe Heiligen Abendmahls, wenn ich in der Würze des Brotes Wahrhaft deinen Leib fühle und deine Glieder Und bis in innerste, glühendste Tiefen erschaure.