German poem
Lied beim Aufwachen am Morgen
by Paul Kraft (1896–1922)
Morgendlich angeschmiegt An schmeichelnde Kissen, Wehes, das dich umfliegt, Ist nun zerrissen.
Freundlich funkelt noch nach, Was du im Schlafe genossen, Was dich, halbträumend, halbwach— Leuchtend umflossen.
Seidenes und kühles Gedicht Klingt in dir. Schwebendes, tanzendes Licht Verstrahlt an dir.
Glieder werden wie Gold, Sind so dem Leben entbebt. Alles ist nun verzollt, Was du mit Beben gelebt.
Glieder lösen sich sanft, Werden gewichtlos und leicht. Liebe, die zu dir sich neigt, Führt dich aus Nacht in den Tag.