Versos German Paul Kraft Trennungsschmerz

German poem

Trennungsschmerz

by (1896–1922)

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O dumpfer Tod der Einsamkeit! O schwere Nacht! O Tränen-Nacht! Verfluchtes Kranken an der Zeit, Die deine Seele umgebracht!

O Kopfschmerz, der mich rasend packt, O Hämmer gegen meine Stirn! O Blitze über mein Gehirn, So pest-durchbellt und grell-durchzackt! O Denken kurz und klein gehackt!

Nun fährt der Freund in Nacht hinaus Und Blühen, Lachen, Helle aus Und gelbes Schwanken in der Welt, Die höhnend mich umklammert hält.

O Seele du, zerbrich mir nicht, O daure über dumpfe Zeit! Laß Einsamkeit und Einsamkeit, Daß all ihr Haß an dir zerbricht!

Schlägst du dich auch am Boden wund, Und wundgekratzt und wundgehaun, Halt klar die Stirn! Preß zu den Mund! Und springe über Nacht und Graun, Denn manches ist noch aufzubaun,

Denn deine Seele ist noch gut In diesem frevelnden Geschlecht, Das hart und seelenlos und schlecht An Staub verwest und Gift im Blut.

Und ist es so tief unter dir, So schweb' du lachend über ihm! Ja Mensch, ja Cherubim Gegen Teufel und Tier!!