German poem
VII (Dein Atem umschlingt die Nächte…)
by Paul Kraft (1896–1922)
Dein Atem umschlingt die Nächte und Sommer und Blumen Und sprüht ihren wärmenden Hauch versüßt noch auf mich zurück. Sprüht ihn in mein verlangendes Lustgespanntes Gesicht.
Dein Auge spiegelt die Tropen und Sonnen und Quellen Und wirft Erfrischung und taumelnde Urwaldpracht Und Glanz und gesunde Kälte In meine sehnsüchtigen Augen.
Deine Schritte stoßen an Regen und Donner und Berge Und schütten durchkühlte Luft und Glorie und Gipfel Vor meinen in Glück erzitternden Wonnedurchwehten Körper.
Und wenn ich nie unter deinem Atem zerschmolz, Spürte ich doch seine Flügel und zwingende Kraft, Seinen Duft wie im Blühn die Akazien Und Rauschen wie Sternenseide.
Und wenn ich nie das Geschenk deiner Rede empfing, Nie Erzklang und Inbrunst, von heiligen Chören geformt In meine trunken geöffnete Aufgerissene Seele fiel:
Sprang doch schon tausendfach Gold und Fanfare auf mich Aus deiner Stimme hinreißender Glocken-Macht, Sprach doch schon meine gesteigerte Seele im Traum Lichterdurchtaumelt schimmernde Worte mit dir.