Versos German Paul Kraft III (O Gefühle, bedrückende und aufreißende)

German poem

III (O Gefühle, bedrückende und aufreißende)

by (1896–1922)

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O Gefühle, bedrückende und aufreißende Gefühle: daß ich, ungekannt, ungeliebt von dir, Altar dir auf Altar errichte wie einer Göttin, Lichter um dich entzünde und schwebende Sterne.

Wo bist du jetzt? Wo fliegen deine Gedanken? In leichten Lüften? In dumpfer Niederung? Im Atem steigenden Lebens oder in Dünsten Sinkender Schwäche und zerfallener Krankheit?

Schläfst du schon, eingehüllt in Decken und Kissen, Ruhig, wunschlos? Oder sehnst du den Leib Brünstigen Zuckens nach der starken Umarmung Schauernder Wollust und hinströmender Triebe?

Was soll dies alles? Weiß ich das eine doch nur: Daß ich hier sitze und schreibe und an dich denke Und du mir fern bist und—ob du nun weinst oder lachst, Klar oder verworren in dir bist, nicht an mich denkst.