Versos German Philipp von Zesen Das sechs und zwantzigste Lied

German poem

Das sechs und zwantzigste Lied

by (1619–1689)

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Schöninne/ derer strahlen die sonne dunkel macht/ wan sie sich pflegt zu mahlen mit ihrer morgen-pracht: ja wan sie tuht den letzten zug/ legt an und ab den abend-schmuk.

Für deiner augen blikke steht ihre zier verbleicht. Sie flüht für angst zu rükke/ wird schaam-roht und entweicht. Ihr aug' entäugt die deinen nicht: Ihr fehlt/ dier aber bleibt das licht.

Dan dieser Sonnen blikke/ das blitzel-aug in mier/ das meinem muht legt strükke/ hat größre macht und zier. Ihr sterblichen folgt meiner bahn/ und bähtet diese Schöhnheit an.

Ihr aber seid beschworen/ ihr schönen augen ihr/ die nuhr zum schein erkohren/ bestrahlt mich für und für: laßt niemahls euer licht vergehn/ und bleibt in einem scheine stehn.