German poem
Über das bildnüs der Liebinnen
by Philipp von Zesen (1619–1689)
Aus dem Mehre bin ich kommen/ aus des bitren saltzes kraft hab' ich dieses Sein genommen; dessen schaum an meinen lokken wie gefrohrne wasser-flokken annoch haft.
Meinen krum-gekrüllten hahren/ hat die wild-erboßte See/ (wie die hohlen wellen wahren) gleiche krümmen eingetrükket/ daß des schaumes silber blikket in die höh.
Als Kluginn' und Himmelinne dis mein bildnüs sahen hier/ sprachen sie; es kan Schauminne/ ja Schauminne kan mit rechte/ schahmroth machen ihr geschlächte durch die zier.