Versos German Richard Dehmel Vi

German poem

Vi

by

Listen in the reader

-- Herr! Herr! ich fürchte mich. Mein Herz zittert und zagt. Ich seh, ich fühls: man muß, +muß+ Dein sein. Aber wie, wie, Gott mein Gott, dein +werden+? du Richter, dessen Knie selbst der Gerechte kaum anzurühren wagt. Ja, wie? Denn sieh, es wankt der Grund, darinnen hier mein Herz sein Grab sich grub, und rings auf meiner Flucht fühl ich herniederstürzen des Firmamentes Wucht und rufe: Herr, wo führt ein Weg von Dir zu mir?! Reich mir die Hand, mein Leben, daß dieses Fleisches Weh und dieser kranke Geist nur fühle deine Spur! Denn jemals zu empfangen und zu genießen je die himmlische Umarmung: Herr, ist das möglich nur? dein zu sein dereinst? selig in deinem Schooß wie Sankt Johannes, Herr, zu ruhn? selig, sündelos?!