German poem
Vii
Und keiner blickt mehr nach den Kirchturmspitzen, die grünspanschimmrig hinter dem Mastenwald vom Sonnenuntergang bestrahlt über den rauchgeschwärzten Dächern sitzen, und unter denen im Altarkerzenschein menschenklein der Gottessohn die Finger am Marterkreuz krallt.
Und wenn noch mancher, den Not und Kummer kränkt, Ihm und der Mutter aller Schmerzen ein paar Minuten echter Andacht schenkt, so tut ers nur, indem er denkt, daß er mit seinem abgehetzten Herzen zeitlebens selber am Kreuzpfahl hängt.
Die Besten aber beklagen nicht ihr Los, sie träumen auch kein künftiges Glücksland her; sie wissen, Kraft ist Lust, die aufschluchzt vor Begehr, opfergroß sich hinzugeben, wie der Strom dem Meer.