German poem
Viii
Denn über allen Wassern, die hier stranden, heller als alle Träume und Gesichte, die durch erhitzte Hirne im Glühdrahtlichte der schaukelnden Kajüten branden, glänzt eine Träne aus der Weltgeschichte.
Die weinte Bismarck, als er, schon ein Greis, das größte Überseeschiff aus jenem Zeitwendkreis auf seinen Namen taufen sollte. Er hatte noch kein solches Schiff gesehn, nun sah er dies Gewaltwerk menschlicher Mühsal stehn, sah, wie’s auf seinen Wink ins schäumende Flutgrab rollte.
Und sah im Geist sein Deutschland hinaus aufs Weltmeer rollen, sah Menschen, Helden, Sklaven, sturmschwalbenschaarendicht, hoch, niedrig, arm und reich, gleich sterblich, Schicht auf Schicht, wieder und wieder ihre hoffnungsvollen glückleeren Hände ruhlos nach neuem Schicksal strecken, und alldas sollte nun sein Name decken -- da rann die Träne über sein Gesicht.