German poem
Die Dirne
by Richard Zoozmann (1863–1934)
Die Dirne
Du sagst: ich habe gold’nes Haar Und himmelblaue Gucker, Ein rosenrotes Brüstepaar Und einen Mund wie Zucker.
Und alles, was ich hab und bin, Was dich beglückt und freuet, Ich geb dir’s jede Stunde hin Und hab’s noch nicht bereuet.
Ja, schlürfen will ich tief und lang Vom süssen Kelch der Wonnen – Wenn klirrend er in Scherben sprang Und alles Glück zerronnen:
Dann ist’s noch Zeit, noch immer Zeit, Trübsal verzagt zu blasen - Mein einsam Bett ist schnell bereit Unter dem kühlen Rasen!