Versos German Richard Zoozmann Lumpenhochzeit

German poem

Lumpenhochzeit

by (1863–1934)

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In der alten Heideschenke Zittern heute Diel und Decke, Reichlich fliessen die Getränke, Dass der Braten besser schmecke. Hochzeit hat die rote Jule Mit Hansjörg, dem Pferdediebe, – Sitzen auf bekränztem Stuhle, Schon beseelt von Grog und Liebe.

Jules Bräut’gam ist ein hag’rer, Rings gefürchteter Geselle, Seine Gäste: Wegelag’rer, Fürchten sämtlich sehr das Helle. Diese Hochzeit kam der Bande Just zu frechem Spiel gelegen; Im gestohl’nen Messgewande Sprach der Erzschelm Schnipps den Segen.

Holla! braune Betteljungen, Flöten lasst und Fiedeln tönen! Hei! da drehten sich und schwungen Schwarze Bursche, wilde Schönen. Auch der Bräut’gam wirbelt seine Dralle Braut durch Flur und Stube – Fussgetrampel und nicht feine Scherze füll’n die Mördergrube.

Draussen plötzlich tönt ein Pfeifen … Schrecken malt die Angesichter; Kreischend nach den Bündeln greifen Sieht man rasch das Diebsgelichter. »Die Gensdarmen kommen! – munter!« – Und ein Fluchen war’s und Toben – Stolpernd ging es drauf und drunter, Eh’ sie auseinander stoben.

Schnapphans griff nach seiner Tasche, Puff zum Rock und Krack zum Hute, Lene nach der Branntweinflasche – Hansjörg schwang sich auf die Stute Und liess seine Braut im Stiche, Um bequemer zu verschwinden! – Doch die kennt die Strich’ und Schliche Und wird ihn schon wiederfinden!