German poem
Weihnachts-Wünsche
by Richard Zoozmann (1863–1934)
Nun haben ihre Wünsche die lieben Kinder wieder aufgeschrieben. Die Aelteste möcht eine Puppenstube, Pferd und Wagen erhofft sich der Bube, Die Jüngste wünscht – sie ist noch so klein – Kinkerlitzchen und Schnurrpfeiferei’n; Sie wollen tausend bunte Sachen, Die Kindern Spass und Freude machen.
Der Vater liest mit lächelndem Bangen Die Zettel der drei, die unheimlich langen, Und spricht: »Schier müsst ich ein Rothschild sein, Wollt alles ich erfüllen euch drei’n! Vorerst, wenn ich mir’s recht bedenke, Möcht ich auch etwas zum Geschenke; Ich möchte gern vom Jesusknaben Zu Weihnacht – drei artige Kinder haben!«
Der Bube senkt den Kopf auf die Brust, Auch die Aelteste fühlt sich getroffen vom Spotte – Doch hocherfreut ruft die kleine Lotte: »Ach ja! Dann sind wir sechse just!«