Versos German Rudolf Lavant Stecken geblieben

German poem

Stecken geblieben

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Stecken geblieben.

Da schlag doch der und jener drein! Mir fährt’s in alle Glieder! Man soll nur einmal glücklich sein ― Gleich holt’s der Teufel wieder!

Im Winter „walzen“, schlimme G’schicht! Denn focht ich auch nach Noten, Zu neuen Sohlen langt‘ es nicht ― Ich lief „auf deutschem Boden“.

Das halte aus, wer mag und kann, Bei tief verschneiten Bahnen! Erbarmte doch ein guter Mann Sich meiner „Untertanen“!

Da sprach ein alter Schmied zu mir: „Na, Freund, mir will es scheinen, Als fielen beide Stiefel dir In Fezen von den Beinen“.

Er war sich jedenfalls bewußt Aus seinen Jugendjahren, Wie er die Handwerksburschen-Lust Am eignen Leib erfahren.

Er reichte mir die Stiefel dar Nebst einer alten Blouse: „Sieh‘ zu! Die Leute sagen zwar, Ich leb‘ auf großem Fuße.“

Ich lachte: „Besser als zu klein! Zu groß? Das wäre heiter!“ Ich schlüpfte kreuzvergnügt hinein Und trollte dankend weiter.

Der Alte rief: „Behüt‘ dich Gott!“ Mit einer Rührungsträne; Es waren freilich ― ohne Spott! ― Zwei „alte, tücht’ge Kähne“.

Nun zieht der Schnee mir einen aus Und muß ich weiter wandern, Verlier‘ ich bis zum nächsten Haus Auf jeden Fall den andern.

Na, bis ins Dorf helf‘ ich mir so, Das werd‘ ich ab dann klopfen; Dann findet sich wohl etwas Stroh Die Stiefel auszustopfen.

Sie sind mir freilich viel zu weit, Doch sind sie nicht zerrissen; Wer wandern will, muß jederzeit Sich auch zu helfen wissen!“

Rudolf Lavant.