German poem
Sylvesternacht
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Sylvesternacht
Alte, gute Bräuche schwinden, Neuer Zeiten Spiel und Raub, Wie dahin in Herbsteswinden Weht das dürre Laub. Du nur, lust’ger Freund Sylvester, Bist zu sterben nicht so schnell, Alter, zäher, wetterfester, Rüstiger Gesell!
Wie sie vor zweihundert Jahren Fleißig bechernd dich durchwacht, Hält man heute noch in Schaaren Zechend „freie Nacht“, Liest aus krausen Bleigestalten Seiner Mädchenzukunft Loos, Zaubert durch der Träume Walten Gold in seinen Schooß.
Kleine ros’ge Engel wohnen In der heißen, würz’gen Flut, Doch auch tückische Dämonen Prüfen deinen Muth, Heute wie zur Zeit der Ahnen, Grau und dämmerweit ― Und die Glockenschläge mahnen An die Flucht der Zeit. R.L.
Also available with a spoken translation into English in the reader.