German poem
Geständnis
by Rudolf von Gottschall (1823–1909)
(Zu unserer Kunstbeilage.)
Ein Frühlingshauch von weicher Milde – Ein zarter Duft auf Berg und Hain, Und rings die blühenden Gefilde, Sie atmen seinen Segen ein.
Und alles in der Näh’ und Ferne Ist wie von Himmelstau erquickt, Und viele hundert Blumensterne Sind in der Matten Samt gestickt.
Doch nirgends eine schön’re Blüte, Die einen süßern Duft ergießt, Als was dem innersten Gemüte Im Strahl der Liebe sich erschließt.
Und mag der Lenz vorübereilen, Wenn er sein Füllhorn ausgeleert: Hier ist zu dauerndem Verweilen Er in die Herzen eingekehrt. R. v. G.