German poem
Weltblick
by Rudolf von Gottschall (1823–1909)
Wend’ ich meinen Blick zum blauen, Unbegrenzten Himmelszelt, Wird von wunderbarem Schauen Oft die Seele mir erhellt.
Vor des innern Lichtes Scheine Schwindet plötzlich Zeit und Raum, Blick’ ich auf das ewig Eine Aus der Dinge dunklem Traum.
Wurzeln schlag’ ich tief im Grunde; Sterne sind der Wipfel Zier, Und der Welt geheime Kunde Strömt durch alle Adern mir.
Ob das arme Ich verloren Wie der Brandung Schaum zerschellt, Gleich dem Phönix neu geboren Wird mein Geist zum Geist der Welt.