German poem
Die Einladung
by Theodor Däubler (1876–1934)
Die Wolken glitzern um die höchste Stunde, Ein jüngster Wind versilbert sacht den Wald; Die Ölbäume bekennen sich zur Gottgewalt Und zittern von Athenas Nahen Kunde.
Ihr Silberwispern frommt aus hehrem Munde; Doch – Demeter vernehmbar bloß – erschallt Ein Ruf der Zeus-Entragten, als Gestalt: Beglück Athen, Erkorene zum Bunde!
Da löst von Kore sich die große Mutter, Gehorcht der Tochter des Kroniden schlicht; In Fuhren folgt ihr hochgestuftes Futter.
Viel Korn kommt an, auch Überschwang an Butter: Der Stadt enthüllt sich Demeters Gesicht, Für Opfer nickt sie – tiefumfleht – Verzicht.