German poem
Sonett
by Theodor Hell (1775–1856)
Du Schmerzensreiche! Mutter aller Gnaden! O bitte auch für mich den Sohn dort oben Zu dem Dein Blick in tiefem Leid erhoben Ob auch nicht Thränen heil’ge Wimpern baden.
Rein wandeltest Du auf den Dornen-Pfaden Doch kennst Du wohl der Menschheit arges Toben, Die Besserung und Reue weit verschoben Zu der sie doch durch Gottes Huld geladen.
O! kann ich so in diese Augen schauen Voll Schmerz und Leid um all der Menschen Schulden Und doch auch stark im gläubigen Vertrauen, Wie mild in Demuth und ergebnem Dulden, Dann flieht die Nacht voll Lüste und voll Sorgen, Und aufgeht in der Brust des Glaubens Morgen.