Versos German Theodor Hell Mädchenraub von M. Retzsch

German poem

Mädchenraub von M. Retzsch

by (1775–1856)

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Magst Dich sträuben wie Du willst, Endlich bist Du mein; Hab Dich lange schon geminnt, Warst mir auch nicht abgesinnt, Laß das Weinen seyn. Gab man meiner Bitte nicht Um Dich Holde nach, Nun, so war es Ritterpflicht Daß mein Schwerdt drein sprach.

Sieh’ schon fliegt der Schimmel wild Durch den Föhrenwald, Jene Burg dort oben fest Die man ungebrochen läßt, Ist erreicht nun bald. Dorthin führ’ ich Dich zur Trau Und wir leben drinn, Froh und fröhlich, Mann und Frau, Himmelstage hin.

Bist so reizend und so hold, Sieh mich auch nur an, Bin ein Jüngling sonder Fehl Manches Fräulein säh’ nicht scheel Hätt’ sie mich zum Mann. Sträube Dich drum nicht so sehr Bin aus edlem Sproß, Kommst wir wahrlich nun nicht mehr Von dem braven Roß.

Ha! da sprengt es durch den Wald Schon Dir hinterdrein: Gebt euch Mühe nicht, ihr Herrn, Meine Burg ist nicht mehr fern Wird’ bald oben seyn. Knapp schließ näher Dich an mich, Bleib mir nicht zurück: Der Verfolger nähert sich, Doch ich trag’ mein Glück.

Stoß mich nicht von Dir, o Maid! Sieh, ich mein’ es gut. O! Du holde süße Last Enger halt’ ich Dich umfaßt, Gält’ es all mein Blut! Edler Schimmel, tummle Dich! Sey der Berg auch steil, Sieh! Dich treibt des Spornes Stich, Mich der Liebe Pfeil.