Versos German Theodor Hell Ritters Abschied von M. Retzsch

German poem

Ritters Abschied von M. Retzsch

by (1775–1856)

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Auf dem letzten Vorsprung stehet Mit dem Kindlein auf dem Arm Noch die Hausfrau; Ritter ziehet In den Kampf wohl graus und warm. Aus den Armen ihr entrungen Hat er sich, und jach Auf den Braunen sich geschwungen, Doch sie muß ihm nach, Muß ihn Einmal noch erblicken, Noch das letzte Grüßen schicken, Weit hinaus ins Feld, Dem geliebten Held.

Ha! da sprengt er aus der Pforte Muthig, keck und siegeskühn! Wie ihm aus des Helmes Dunkel Wang und Augen feurig glühn. Wie sein Brauner vorwärts dränget, Wie vor Kampfes Lust Bald den starken Panzer sprenget Seine Helden Brust. Hinter ihm noch jung an Jahren Doch im Streit schon wohl erfahren Knappe Konradin, Treu begleitend ihn.

Aussen warten die Gefährten Und zu ihnen eilt er schon, Horch! da klingt an seine Ohren Der vertrauten Stimme Ton. Und er blickt empor und siehet Auf dem Söller hoch Schauend wie er vorwärts ziehet, Seine Gattin noch! In den heißen Liebesblicken, Mahlt sich glühend sein Entzücken Und Ade, Ade! Ruft er zu der Höh!

Und Ade, Ade! ertönet Es von Rosenlippen ihm, Doch der Braune fliegt von dannen Mit des Blitzes Ungestüm. Und sie winkt mit Lilienhänden Noch ihm nach den Gruß; Ihre Augen folgen; spenden Ihm den Abschieds-Kuß; Und so weit sie können reichen Winkt die Hand der Liebe Zeichen, Bis der Pfad sich dreht; Traurig fort sie geht.