German poem
Er passirt an ihrer Thür vorbey
by Arno Holz (1863–1929)
Der Winter stirbt im Wald/ deß freuen sich die Faunen und blahsen/ daß es schallt/ auff ihren Feld-Bosaunen. Die trühbe Zeit ist hin/ der Venus weisse Taube legt ihre Eyerchin in Mavors Bikkel-Haube.
Der Thetis blaue Schooß ligt wihder frey und offen/ durchs lebhafft grüne Moos kömbt Owäll ümb Owäll geloffen. Das klükkert durch den Hag und glüzzert immer döller/ die Welt von Tag zu Tag wird durchauß Bluhmen-völler.
Schon sizzt vor ihrer Thür das freundliche Florindgen/ ich spreche höfflich für/ wie geht es dir/ mein Kindgen? Gleich wird sie über roht/ ach/ nur ein eintzges Schmäzzgen! man stirbt darvon nicht dodt/ sie fältelt sich am Läzzgen.
Zween Marmol-Ballen zwänckt das allzu dünne Mihder/ ihr süsses Uhr-Werck sänckt/ bald hebt es sich auch wihder. Sie sprengen fast den Zwilch/ kukk/ wie sie sich bewegen/ der Juno weisse Milch ist kohl-pech-schwartz dargegen.
Du duppel Kuß-Altar/ auß dem sich Rohsen krüllen/ bald wirstu gantz und gar mich mit Vergnügen füllen. Dan steht mir alles frey/ wekk/ du bestirnter Schleyer/ dan kikakt die Schallmey zu Tellens Hochzeits-Feyer!
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