German poem
Drey und vierzigstes Sonett: [Langsam und träge kommt mein Glück zur Stelle]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Langsam und träge kommt mein Glück zur Stelle, Die Hoffnung schwankt, es wächset das Verlangen, Verdruß weckt ewig Harren mir und Bangen, – Träg kam's, und flieht mit mehr denn Tigerschnelle. Ach! lau und schwarz wird eh' des Schnees Helle, Fluthlos das Meer, der Fisch auf Alpen hangen, Und Sonne sinken, wo hervorgegangen Tigris und Phrat aus ein' und selber Quelle, Bevor ich Fried' und Waffenruh' gefunden, Und Sie und Amor andre Sitt' erwerben, Die mir zum Unheil sich verschworen haben. Und Süßigkeit kommt nach so viel des Herben Erst, wann vor Ekel der Geschmack entschwunden; Sonst widerfährt mir nichts von ihren Gaben.
More by Francesco Petrarca
- Drey und fünfzigstes Sonett: [Müde bin ich, zu denken, wie ich's trage]
- Drey und neunzigstes Sonett: [Wenn jener Fels, der meines Thals Gehege]
- Drey und sechszigstes Sonett: [Stets liebt ich ihn und mag wohl jetzt noch lieben]
- Drey und siebenzigstes Sonett: [Konnt' ich so gut in Lieder übertragen]
- Drey und zwanzigstes Sonett: [Die edle Seele, die so früh von hinnen]
- Dreyhundert und achtes Sonett: [Oft sagt mein treuer Spiegel mir, daneben]
- Dreyhundert und dreyzehntes Sonett: [Die süßen Härten, sanften Weigerungen]
- Dreyhundert und drittes Sonett: [Von schönsten Augen und von hellsten Wangen]