German poem
Einhundert zwey und achtzigstes Sonett: [Der neue Sang, der Vöglein Klageweisen]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Der neue Sang, der Vöglein Klageweisen In erster Frühe durch die Thäler hallen, Und plätschernd rauschen flüssige Krystallen Klar, frisch und leicht dahin in ihren Gleisen. Die Schnee'ge mit dem Goldgelock, zu preisen, Daß liebend nimmer sie in Trug verfallen, Erweckt mich bey der Liebestänz' Erschallen, Striegelnd die Silberlocken ihrem Greisen. Erwacht grüß' ich Auroren und im Bunde Mit ihr die Sonn', und andre, deren Sehen Mich blendet' eh', und noch es thut zur Stunde. Einst sah ich mit einander Beyd' erstehen, Und sieh, in einer Stund', einer Secunde Ließ die die Sterne, jene die vergehen.
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