German poem
Einhundert zwey und dreyßigstes Sonett: [Blieb ich einst standhaft in der Höhle stehen]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Blieb ich einst standhaft in der Höhle stehen, Da, wo Apoll geworden zum Propheten, Hätt' auch Florenz vielleicht seinen Poeten, Nicht bloß Verona, Mantua gesehen; Doch weil mein Feld nicht mehr von jener Höhen Springquell sich labt, muß anderem Planeten Ich jetzo folgen, und von meinen Beeten Mit krummer Sichel Dorn und Klette mähen. Der Oehlbaum welkt; es zieht auf anderm Pfade Das Wasser hin, so dem Parnaß entspringet, Der ein'ge Zeit mit Blüthen ihn gesegnet. Unglück sonach, vielleicht auch Schuld mich bringet Um alle gute Frucht, wenn seiner Gnade Ein Theil der ew'ge Zeus nicht auf mich regnet.
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