German poem
Einhundert zwey und fünfzigstes Sonett: [Sahen Virgil einst und Homerus tagen]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Sahen Virgil einst und Homerus tagen Das Licht, so meine Augen stets gewahren, Sie hätten, seinen Ruhm zu offenbaren, Vereinter Kraft das Höchste müssen wagen. Deß würd' Aeneas und Achilles klagen, Ulyss und Andre von der Helden Scharen, Und der so gut bey sechs und fünfzig Jahren Die Welt regiert, und den Aegisth erschlagen. Jene des Muths, der Waffen alte Blume Hatte wie gleichen Stern mit dieser neuen Blume der Ehrbarkeit und aller Schöne. Ennius sang rauhes Lied von Jener Ruhme, Von dieser ich. Daß nur nicht lästig seyen Ihr meine Gaben, sie mein Lob nicht höhne!
More by Francesco Petrarca
- Einhundert vier und vierzigstes Sonett: [Amor spornt mich, und zügelt mich, zu stehen]
- Einhundert vier und zwanzigstes Sonett: [Wo laß mein Auge ruht, wohin ich's wende]
- Einhundert zwey und achtzigstes Sonett: [Der neue Sang, der Vöglein Klageweisen]
- Einhundert zwey und dreyßigstes Sonett: [Blieb ich einst standhaft in der Höhle stehen]
- Einhundert zwey und neunzigstes Sonett: [Ich sang, itzt wein' ich, und ein gleich Vergnügen]
- Einhundert zwey und sechszigstes Sonett: [Die heitre Luft, die einen Weg gefunden]
- Einhundert zwey und siebenzigstes Sonett: [Reißender Strom, der du aus Alpenquelle]
- Einhundert zwey und vierzigstes Sonett: [Kühn zieh' ich durch der Büsch' unwirthbar Grauen]