German poem
Zweyhundert sechs und sechszigstes Sonett: [Für die ich Arno ließ in Sorga's Thalen]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Für die ich Arno ließ in Sorga's Thalen, Um freye Armuth knecht'sche Herrlichkeiten, Sie kehrt' in bittres Weh die Süßigkeiten, Durch die ich lebt' und nun vergeh' in Qualen. Umsonst versucht' ich es zu vielen Mahlen, Das hohe Bild zu schildern künft'gen Zeiten, Singend, ihr Lieb' und Huld'gung zu bereiten; Doch mahlt kein Wort der Wangen lichte Strahlen. Der Reiz' in ihr, wie Andre nie sie hatten, Wie lichte Stern' am Himmel aufgehangen, Ein oder zwey wag' ich nur abzuschatten. Doch wenn zur höhern Hälft' ich fortgegangen, Die kurze Sonne war ob Erdenschatten, Fehlt Muth, Verstand und Kunst zum Unterfangen.
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