Versos German Friedrich Hofmann Am Waldesrand

German poem

Am Waldesrand

by (1813–1888)

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„Warum ich nur – ’s ist wunderbar! – Hier aus dem Park, so hell und klar, Mich in des Waldes Dunkel sehne Und es durchspähe unverwandt? Warum ich an dem Zaune lehne Am Waldesrand?

Warum? Ist doch die Frage dumm! Ich weiß es nur zu gut, warum? Wo aber bleibt er heut’ so lange? Mir macht auf meinem Jägerstand Die Einsamkeit doch oft recht bange Am Waldesrand.

Hier reicht der Wald dem Park die Hand, Wo ich den schmucken Jäger fand Und wo er mich im Kahn gefunden. Seitdem bin ich so gern am Land! Der alte Kahn ist festgebunden Am Waldesrand.

Wie mächtig solchem Jägersmann Im Wald die Liebe wachsen kann, Das ist fürwahr nicht auszusagen. Die Herzen lodern wie im Brand, Wenn sie so nah’ zusammen schlagen Am Waldesrand.

Wie lang’ er heut’ im Walde bleibt! Zu arg ist’s, wie er’s heute treibt. Jetzt schmoll’ ich! Heut’ will ich Dich meiden – Rasch löse ich des Kahnes Band. So räch’ ich meiner Liebe Leiden Am Waldesrand.“

Sie schmollt – und schon hebt sie den Schritt Zum Kahn, da hört sie seinen Tritt – Da lehnt sie starr und stumm am Zaune. Wohl fühlt sie seine Schmeichelhand – Wohin entflieht die böse Laune Am Waldesrand?

Er spricht so süß, sie lauscht so gern, Im Auge lächelt längst der Stern – O seht, sie kann sich’s kaum erwehren, Es zuckt und ruckt, mit Mund und Hand Geschwind nach ihm sich umzukehren Am Waldesrand. – Fr. Hofmann.