German poem
Ich sprach: »Dein Mund und deine Lippe
by Hafis (1326–1389)
Ich sprach: »Dein Mund und deine Lippe, Wann thun sie wohl was ich begehrt?«
Er sprach: »Vom Herzen wird von ihnen Was du nur heischen magst gewährt.«
Ich sprach: »Es fordert deine Lippe Ägyptens reichen Zoll zum Lohn.«
Er sprach: »Ein Handel, so wie dieser, Wird Keinen mit Verlust bedroh'n.«
Ich sprach: »Wer hat den Weg gefunden Zu jenem Puncte, deinem Mund?«
Er sprach: »Nur dem, der Feines kennet, Gibt man dies zarte Mährchen kund.«
Ich sprach: »O sei kein Götzendiener Und lebe nur mit Gott allein!«
Er sprach: »Im Gaue wahrer Liebe Soll dies und jenes Sitte sein.«
Ich sprach: »Die Lust an einer Schenke, Sie ist es die das Herzleid stillt.«
Er sprach: »Glückselig ist zu nennen Wer je ein Herz mit Trost erfüllt.«
Ich sprach: »Es passt im Glauben nimmer Das Weinglas zu dem Mönchsgewand.«
Er sprach: »Doch nach des Wirthes Glauben Nimmt man sie Beide wohl zur Hand.«
Ich sprach: »Was frommt dem alten Mann Der süssen Schönen Mundrubin?«
Er sprach: »Durch Küsse, süss wie Zucker, Macht er zu einem Jüngling ihn.«
Ich sprach: »Die Zelle zu betreten, Wann fühlt sich wohl der Herr geneigt?«
Er sprach: »Wenn sich vereint am Himmel Der Mond und Jupiter gezeigt.«
Ich sprach: »Für deine Wohlfahrt beten Ist stets Hafisens frommer Brauch.«
Er sprach: »Ein Gleiches thun die Engel In allen sieben Himmeln auch.«
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